Gammablitz - Kosmos Im Wandel

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Gammablitz





Gammablitze, Gammastrahlenblitze, Gammastrahlenausbrüche oder auch Gammastrahlenexplosionen (engl. Gamma-ray burst oder Gamma-ray bursts, oft abgekürzt GRB) sind Energieausbrüche sehr hoher Leistung im Universum, von denen große Mengen hochenergetischer elektromagnetischer Strahlung ausgehen.
Ihre Dauer beträgt wenige Sekunden bis maximal einige Minuten, die einzige bekannte Ausnahme (GRB 060218) dauerte 33 Minuten.
Sie setzen in zehn Sekunden mehr Energie frei als die Sonne in Milliarden von Jahren.
Man beobachtete einen Gammablitz erstmals am 2. Juli 1967 mit den amerikanischen
Vela-Spionagesatelliten, die eigentlich zur Entdeckung oberirdischer Atombombentests dienten.
Am 27. Dezember 2004 um 22.30:26 Uhr MEZ wurde die Erde von einer gewaltigen Wellenfront von Gamma- und Röntgenstrahlung getroffen.
Es war der stärkste Fluss von hochenergetischer Gammastrahlung, der jemals gemessen wurde.
Das hat jetzt ein Team um
Dr. Roland Diehl und Dr. Giselher Lichti  vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching berechnet.
Die Wellenfront war zudem intensiver als der stärkste jemals gemessene Strahlungsausbruch von unserer Sonne.
Das Unglaubliche an dieser Entdeckung ist die Entstehung dieser Strahlung:
Sie stammt von einem winzigen Himmelskörper mit höchster Dichte, einem Neutronenstern, einem so genannten Magnetar, mit einem Durchmesser von etwa 20 Kilometern und einem extrem starken Magnetfeld
Er befindet sich auf der anderen Seite unserer Milchstraße in etwa 50.000 Lichtjahren Entfernung.
"In den ersten 0,2 Sekunden wurde dadurch von diesem Objekt die gleiche Energiemenge emittiert wie von der Sonne in etwa einer Viertelmillionen Jahren.
Dieser Ausbruch war etwa 100-mal stärker als der bisher stärkste beobachtete Ausbruch von einem Magnetar." (Lichti)
Die Wellenfront wurde noch von 13 anderen Röntgen- und Gammadetektoren im Weltraum gemessen.
In den letzten 35 Jahren hat man Hunderte von kurzen, weniger als zwei Sekunden dauernden, mysteriösen Blitzen von hochenergetischer Strahlung aus den Tiefen des Raumes gemessen, ohne dass man weiß, woher diese gemessene Strahlung kommt.
Den bislang stärksten beobachteten Gammablitz registrierte der  
Satellit Swift am 19. März 2008.
Der Ausbruch kam von einem Objekt, das 7,5 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt war.
Er war 2,5 Millionen Mal heller als die leuchtstärkste bisher beobachtete Supernova und konnte mit dem bloßen Auge gesehen werden.
Wissenschaftler wurden beauftragt, herauszufinden, welche Konsequenzen der Treffer eines in der Nähe (ca. 500 Lichtjahre) entstehenden Gammablitzes auf die Erde hätte.
Die Untersuchung soll auch helfen,  Massenaussterben  auf der Erde zu klären und die Wahrscheinlichkeit von extraterrestrischem Leben einschätzen zu können.
Im Ergebnis vermuten Wissenschaftler, dass ein Gammablitz, der in der Nähe unseres Sonnensystems entsteht und die Erde trifft, ein Massensterben (50 – 90 %) auf dem gesamten Planeten auslösen könnte.
Solche Globalkatastrophen hat es in der Erdgeschichte schon einige Male gegeben.

 
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