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Hans Schöffl: „Ich gehe ins Licht"
Er habe es geahnt, glaubt seine Familie, dass er die komplizierte Operation am 3. April nicht überleben werde.
Die Kunst der Ärzte im Linzer AKH konnte Hans Schöffl tatsächlich nicht mehr am Leben erhalten. Dabei hatte er noch am Vortag guten Mutes „über Gott und die Welt" diskutiert. Selbst nach der Erklärung des Chirurgen, welch großes Risiko die Operation bedeute, wirkte er zuversichtlich: „Ich glaube, dass alles gutgehen wird." Es dürfte dennoch Todesahnung gewesen sein, die ihn sagen ließ: „Was auch kommen mag – ich bin mit mir im Reinen." Zu Frau und Tochter sagte er beim Abschied: „Ich weiß, welchen Weg ich gehe. Ich gehe ins Licht."
Hans Schöffl war ein ewig Studierender und Kulturreisender.

Bisher jüngster Konsulent
Hans Schöffl, 58, Hauptschullehrer für Mathematik und Musik, unterrichtete in Reichenthal und Gallneukirchen. Besonderes Anliegen waren ihm Integrationsklassen, in denen er sich um Kinder mit Lernbeeinträchtigung annehmen konnte. Gleichzeitig engagierte er sich in der Erwachsenenbildung, leitete das Volksbildungswerk seiner Wohngemeinde Engerwitzdorf und des Bezirks Urfahr-Umgebung. Dafür ernannte ihn die Landesregierung zum Konsulenten für Volksbildung und Heimatpflege – mit 33 Jahren der jüngste Konsulent aller Zeiten.
Gleichsam nebenbei wurde der ewig Studierende zum Privatgelehrten mit Schwerpunkt Quantenphysik, der im In- und Ausland mit größten Koryphäen zusammentraf. Nicht zufällig nannte er als Lieblingsreiseziele zwei Horte der Wissenschaft, die Universitätsstädte Göttingen und Heidelberg.
Für seine Frau Renate war er gewissenhafter Mentor in ihrem Beruf als Energetikerin („er legte die wissenschaftliche Basis, jenseits von Esoterik"), und mit Freude begleitete er das Kunstgeschichtestudium seiner Tochter Julia.
Aus Gesundheitsgründen frühpensioniert, nahm er sich auch noch Zeit für die ehrenamtliche Arbeit als Kassier des Stelzhamerbundes.
Hans Schöffl war ein Mensch, der sich nie in den Vordergrund drängte, gelassen, oft mit einem verspielten Lächeln um den Mund, ein besonnener Mann mit Handschlagqualität.
Familie und Freunde werden ihn, seinem Wunsch entsprechend, in einer privaten Zeremonie verabschieden.



 
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