Polsprung - Kosmos Im Wandel

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Polsprung





Aufgrund der Rekonstruktion des Paläomagnetfeldes anhand erstarrter Magma der ozeanischen Kruste, die sich im Rahmen der Plattentektonik am mittelozeanischen Rücken ständig nachbildet, weiß man, dass sich das Erdmagnetfeld im Mittel etwa alle 250.000 Jahre umkehrt.
Zuletzt hat sich dieses allerdings vor etwa 780.000 Jahren ereignet, die nächste Umpolung ist also gleichsam „überfällig“.

Das Magnetfeld der Sonne kehrt sich deutlich häufiger um, etwa alle 11 Jahre.
Das Magnetfeld verschwindet aber während der Umpolung nie ganz, sondern wird chaotisch. Insbesondere treten mit dem sich abschwächenden Sonnenmagnetfeld zunehmend auch sehr starke lokale magnetische Nord- und Südpole auf.
Der renommierte Münchner Astrophysiker Harald Lesch (UNI München) hat in einem Computermodell die magnetfeldfreie, „nackte" Erde dem Sonnenwind ausgesetzt.
Ionisiert und voll magnetisiert trifft dieser mit einer Geschwindigkeit von 400 Kilometer pro Sekunde auf die Hochatmosphäre.
In der Simulation zeigt sich:
Sofort baut sich ein neues Magnetfeld auf, in nur 15 Minuten wäre der Schutzmantel der Erde wieder intakt.
Das deckt sich mit der Tatsache, dass   keine Beweise für ein Massensterben gefunden wurden, das vor 780.000 Jahren durch hohe Strahlendosen ausgelöst worden wäre.

Leschs Modell  ist allerdings nur Theorie. Deshalb wollen Polarforscher aus zehn Ländern Europas nun überprüfen, was tatsächlich bei der Feldumkehr vor 780.000 Jahren geschah.
In der Antarktis holen sie aus drei Kilometern Tiefe Eis an die Oberfläche – gefrorenen Regen aus der Zeit des  Polsprungs.
Die Wissenschaftler wollen wissen, ob es das metallische Element Beryllium 10 enthält.
Dieses entsteht, wenn starke kosmische Strahlung in die Erdatmosphäre dringt und mit dem dort enthaltenen Sauerstoff sowie Stickstoff reagiert.
Sollte diese Untersuchung positiv verlaufen,   wären bei einem  Polsprung  ernste Folgen zu erwarten.
Es gab 171 Polsprünge in den letzten 76 Millionen Jahren.
Mindestens 14 davon fanden in den letzten 4,5 Millionen Jahren statt.
Polsprünge treten zyklisch immer wieder auf, die Zeitabstände sind jedoch variabel, sodass eine präzise Vorhersage schwierig ist.
Es gibt aber Symptome, die einem Polsprung vorausgehen, wie starke Klimaveränderungen und eine rapide Abschwächung des Erdmagnetfeldes.
Beides ist derzeit ganz deutlich zu beobachten.
Das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) berichtet, dass die Stärke des Magnetfeldes seit 1979 um
1,7 % abgenommen hat. Über dem Südatlantik beträgt der Schwund sogar zehn Prozent.
Satellitendaten zeigen, dass es manche Gegenden auf der Erde gibt, wo sich die Magnetrichtung jetzt schon umgekehrt hat. Der Kompass zeigt in die verkehrte Richtung.
Eine andere Theorie geht von einem Verrutschen des Erdmantels über dem Erdkern aus, dem sogenannten  
Mantle-Slip.  
Der Erdkern würde sich weiter drehen, wie bisher, aber der Mantel der Erde würde um ein mehr oder weniger großes Stück darüber hinwegrutschen.
Man kann sich die Haut über den Fingerknöcheln verschieben, um zu verstehen, wie es gemeint ist.  

Hierfür bräuchte es gewaltige Kräfte.
Beispielsweise die eines an der Erde vorbeiwandernden Planeten (
Planet X,  Nibiru,…).
Wenn der Erdmantel über den Kern rutscht, wäre das quasi Extrem-Plattentektonik.
Eine Riesenkaskade von Erdbeben und Vulkanausbrüchen wäre das Mindeste was man erwarten muss. Auch Flutwellen ungeahnten Ausmasses und sehr viel Land-Unter wären an der Tagesordnung.  

Diese potentiellen Folgen machen den Mantle-Slip für Esoteriker so interessant, denn es ist fast die einzige denkbare Ursache für die umfangreichen Serien von Naturkatastrophen, die von so vielen Sehern berichtet werden.  


 
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